1 - Öffnungen vergrößern oder neu schaffen
Das Vergrössern eines Fensters oder das Einbauen einer Schiebetür gehört zu den wirksamsten Lösungen. In einem Wohnzimmer mit Blick auf den Garten oder die Terrasse bringt eine grosse Öffnung mehr Licht und stärkt gleichzeitig die Verbindung nach draussen.
Ein solches Projekt erfordert jedoch eine technische Prüfung. Es muss die Beschaffenheit der Wand analysiert werden, um bei tragenden Elementen die nötigen Abstützungen einzubauen und Bauelemente zu wählen, die den gewollten thermischen Leistungen entsprechen. Auch die Verglasung sollte je nach Ausrichtung gewählt werden, um von der Sonneneinstrahlung zu profitieren, ohne im Sommer eine übermässige Überhitzung zu verursachen.
Im Dachgeschoss kann ein Dachfenster einen bis dahin schwer nutzbaren Bereich erhellen. Je nach Struktur kann auch eine Gaube oder eine andere Dachöffnung in Betracht gezogen werden.
In der Schweiz hängen die Bauvorschriften vom Kanton und der Gemeinde ab. Ein Eingriff, der die Fassade, das Dach, die Architektur oder die Tragstruktur des Gebäudes verändert, kann eine Baubewilligung erfordern. Es ist daher wichtig, die administrativen Schritte vor Baubeginn zu klären – insbesondere bei Stockwerkeigentum (STWEG) oder einem denkmalgeschützten Gebäude.
2 - Räume öffnen, um das Licht zirkulieren zu lassen
Wenn die vorhandenen Öffnungen eigentlich ausreichen, liegt das Problem oft an der Raumaufteilung. Das Entfernen einer Trennwand zwischen Küche und Wohnzimmer ermöglicht es beispielsweise, das Licht zwischen beiden Bereichen zu teilen und einen großzügigeren Wohnraum zu schaffen.
Vor jedem Abriss muss geprüft werden, ob es sich um eine tragende Wand handelt, und es müssen eventuell darin verlaufende Leitungen geortet werden. Soll ein kompletter Durchbruch vermieden werden, besteht die Möglichkeit, einen breiteren Durchgang zu schaffen, eine Glaswand einzubauen oder eine Massivholztür durch eine Glastür zu ersetzen.
Eine Glaswand lässt Licht hindurch und bewahrt gleichzeitig eine partielle optische Trennung. Sie eignet sich besonders für ein Arbeitszimmer, eine Küche, einen Eingangsbereich oder einen fensterlosen Flur. Ein satiniertes Glas kann zudem die Privatsphäre eines Badezimmers wahren und gleichzeitig indirektes Licht spenden.
3 - Farben und Materialien wählen, die Licht reflektieren
Helle Farben streuen das Licht besser als sehr dunkle Töne. Weiß bleibt hierbei äußerst wirksam, ist jedoch nicht die einzige Option. Ein sanftes Beige, ein helles Grau oder natürliche Töne erhellen den Raum und sorgen gleichzeitig für eine warme Atmosphäre.
Auch die Ausführung der Oberfläche spielt eine Rolle. Eine matte Wandfarbe kaschiert Unebenheiten besser, während eine seidenmatte Oberfläche mehr Licht reflektiert. Die Wahl hängt vom jeweiligen Raum und dem gewünschten Gesamtbild ab.
Beim Bodenbelag verstärken helles Parkett, helle Fliesen oder ein fugenloser Bodenbelag das Raumgefühl. In der Küche tragen eine helle Rückwand, eine wenig dunkle Arbeitsplatte und leicht seidenmatte Fronten ebenfalls dazu bei, das Licht optimal zu verteilen.
4 - Einrichtung und Mobiliar überdenken
Selbst ohne Eingriffe in die Bausubstanz kann die richtige Anordnung die Helligkeit verbessern. Ein hoher Schrank direkt vor einem Fenster, dicke Vorhänge oder ein massives Bücherregal können einen Teil des einfallenden Lichts blockieren.
Bevorzugen Sie niedrige Möbel in der Nähe von Fenstern und halten Sie die Laufwege frei. Offene Elemente, verglaste Fronten und leichte Linien verhindern eine visuelle Überladung des Raumes. Ein gegenüber oder leicht schräg zu einem Fenster platzierter Spiegel kann das Licht in dunklere Bereiche lenken. Sein Standort sollte jedoch sorgfältig gewählt werden, um eine natürliche Wirkung zu erzielen und Blendeffekte zu vermeiden.
Helle Gardinen bewahren die Privatsphäre und lassen gleichzeitig Licht herein. Eine ausreichend breite Gardinenstange ermöglicht es zudem, das Fenster bei geöffneten Vorhängen komplett freizugeben.
5 - Das Tageslicht durch eine durchdachte Beleuchtung ergänzen
Die Sanierung eines hellen Zuhauses beschränkt sich nicht nur auf Fenster. Wenn das natürliche Licht nachlässt, übernimmt eine gut verteilte künstliche Beleuchtung, ohne dunkle Ecken entstehen zu lassen.
Ideal ist die Kombination mehrerer Lichtquellen: eine Grundbeleuchtung zur Orientierung, funktionale Lichtpunkte über der Arbeitsfläche oder dem Schreibtisch sowie Stimmungsbeleuchtungen für mehr Tiefenwirkung. Wandleuchten, Hängeleuchten und integrierte LED-Bänder können die Raumvolumina betonen, ohne die Decke zu überladen.
Ein warmes Licht schafft eine gemütliche Atmosphäre im Wohn- oder Schlafzimmer, während ein neutraleres Licht besser für Küche, Badezimmer oder Arbeitszimmer geeignet ist. Dimmer ermöglichen es zudem, die Lichtintensität flexibel an die jeweilige Tageszeit anzupassen.